Solide Fundamente für alle Arten von Investitionen
Großpolen kann sich im Vergleich zu anderen Regionen Polens einer gut entwickelten Infrastruktur rühmen. Besonders hervorgehoben werden sollten hierbei die sehr gute Versorgung der Woiwodschaft mit Energie, das gut ausgebaute Eisenbahnnetz und der sehr gut organisierte Luftverkehr.
Die Infrastruktur der Region machen viele Faktoren aus, wie z.B. das Straßen- und Eisenbahnnetz sowie der Wasser- und Luftverkehr. Wichtig ist ebenfalls die Art und Weise der Versorgung der Region mit Strom, Gas und Erdöl. Gute Infrastruktur ist das „A“ und „O“ aller Investitionen, und davon gibt es in Großpolen sehr viele. Was wiederum bedeutet, dass die hiesige Infrastruktur die Erwartungen der Unternehmer erfüllt. Die Woiwodschaftsregierung und die Einwohner selbst sehen jedoch die Notwendigkeit der weiteren Ausdehnung der bisherigen Infrastruktur. Daher werden neue Straßen gebaut und die bestehenden erweitert. Erweitert werden muss auch die Tätigkeit der Braunkohlegrube in Kleczewo (Konin). Die immer voluminösere Integration mit der Europäischen Union und die Europafußballweltmeisterschaften im Jahre 2012 erzwingen auch größere Investitionen in den Eisenbahntransport und ins Flugwesen. Ohne konsequente Weiterentwicklung der Infrastruktur der Woiwodschaft wäre die volle Empfangsbereitschaft der Region für Investoren und Touristen aus der ganzen Welt nicht denkbar.
Transport/Beförderung im Straßenverkehr
Zu den wichtigsten Landesstraßen in der Woiwodschaft gehören u.a. die Autobahn A2, die von Berlin durch ganz Polen bis nach Minsk führt, die Schnellstraße S5 nach Wrocław (Breslau) und die Schnellstraße S11, die zur Ostsee führt. Insgesamt haben die Straßen eine Länge von 1674 km. Leider werden 20 Prozent der auf dem Gebiet der Woiwodschaft befindlichen Landesstraßen nicht den erforderlichen technischen Anforderungen gerecht, insbesondere auf Abschnitten, die die Städte durchqueren. Daher müssen unbedingt Umgehungsstraßen gebaut werden. Auf dem Gebiet der Woiwodschaft wurden in den letzten Jahren Umgehungsstraßen folgender Städte gebaut: Śmigiel, Wolsztyn, Orzeszków, Gniezno, Ślesin, Nowy Tomyśl und Wągrowiec. Einer dringenden Erneuerung bedürfen ebenfalls die Woiwodschaftsstraßen, deren Länge 2500 km überschreitet.
Der Autoverkehr auf den Landesstraßen Großpolens stieg zwischen 1995 und 2005 um 18 Prozent an. Dies ist mit der wachsenden Bedeutung dieser Straßen für den Inlands- und Auslandsverkehr verbunden. Darüber hinaus fallen in Großpolen die meisten Autos auf 1000 Einwohner – 403, wobei dieser Indikator für das ganze Land bei 351 liegt.
Die langjährige Unterinvestierung des Verkehrssystems, ja, sogar die gerade hier ergriffenen Sparsamkeitsmaßnahmen, ließen eine Situation entstehen, die sich nur dann bessern kann, wenn in kurzer Zeit enorme Gelder in den Straßenbau gepumpt werden. Erst dann werden die Straßen den Bedürfnissen und den Erwartungen der Bevölkerung gerecht. Im Moment werden überwiegend Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt und die ständig steigende Zahl der Fahrzeuge sowie der schlechte technische Zustand der Straßen tragen erheblich zur Zähigkeit des Straßenverkehrs bei.
Zug-, Flug- und Wassertransport / -beförderung
Der Zugtransport ist eine interessante Alternative für den Straßentransport, obwohl der Straßentransport immer noch dominant ist. Die Länge der Eisenbahngleise beträgt in Großpolen 2071 km, also über 10 Prozent der gesamten Länge der Eisenbahngleise polenweit. 59 Prozent davon sind elektrifiziert.
In der letzten Zeit konnte bemerkt werden, dass immer mehr Menschen mit dem Zug reisen. Bis 2005 war die Passagierbeförderung durch die Regionalen Eisenbahnlinien in Großpolen immer mehr gesunken. 2001 wurden 28,39 Mio. Passagiere befördert und 2001-2005 sank die Zahl der Passagiere um etwa 13 Prozent. Seit Mitte 2006 vergrößert sich die Zahl der Passagiere ständig. So hat die Woiwodschaft Großpolen für die Beförderung im Lokalverkehr Schienenbusse eingesetzt.
Auf dem Territorium der Woiwodschaft Großpolen befindet sich der allen Poznanern gut bekannte Flughafen Poznań–Ławica, wo Flugzeuge im In- und Auslandsverkehr abgefertigt werden. Die Zahl der Fluggäste steigt ständig. 2007 waren es rund 900 Tsd. Personen – im Verhältnis zum Jahr 2000 ist die Zahl der Fluggäste demnach um 400 Prozent angestiegen. Sport- und Dienstleistungsflugplätze gibt es in Swarzędz (Ligowiec), Leszno (Strzyżewice), in Michałków bei Ostrów Wielkopolski, in Kazimierz Biskupi bei Konin und in Piła. Die subregionalen Flugplätze sind von großer Bedeutung für die Entwicklung spezialistischer Transportdienstleistungen sowie für die Abwicklung der Geschäftsflüge und für den Tourismus.
Das System der Wasserwege, die auf dem Gebiet Großpolens für den Transport genutzt werden können, ist sehr günstig gestaltet. Durch die Region verlaufen wichtige Wasserstraßen, die in die größten Flüsse des Landes – in die Weichsel und in die Oder münden. Darüber hinaus ist die Wasserstraße, die die Weichsel mit der Oder verbindet, Bestandteil der europäischen Binnenwasserstraße. Längster Teil dieser Wasserstraße ist der Fluss Noteć (187 km). Handelschiffe befahren auf dem Noteć die Strecke Ujście – Krzyż Wielkopolski – Oder. In Krzyż befindet sich der Handelshafen. Eine weitere für Großpolen wichtige Wasserstraße ist die Warthe. Sie durchfließt das Zentrum der Region und ihre Hauptstadt – Poznań.
Das System der Wasserstraßen auf dem Gebiet der Woiwodschaft Großpolen und der anliegenden Woiwodschaften ist auch aus touristischer Sicht günstig. Um diese Vorzüge zu unterstreichen, wurde die sog. „Großpolnische Riesenschleife“ gebildet. Sie verläuft über die Warthe aus Konin über Poznań bis zur Mündung des Flusses Noteć in der Ortschaft Sanok (Woiwodschaft Leubus), dann über den Noteć über Czarnków nach Bydgoszcz (Bromberg), und von dort über den Kanal des Oberen Noteć (Górnonotecki) über den See Gopło und Ślesiński-Kanal bis Konin. Der Abschnitt des Noteć im Rahmen der Großen Schleife wird künftig auch Bestandteil der Wasserstraße von Masuren nach Berlin.
Energie und Gas
Die Versorgung Großpolens mit Elektroenergie ist gut. Das polnische Stromversorgungssystem besteht auf dem Gebiet Woiwodschaft aus den Versorgungsnetzen 400, 220 und 110 kV und einem ausgebauten Transformatorensystem. Energiehauptlieferant sind für Großpolen die Elektrizitätswerke Pątnów I und II – Adamów – Konin A.G., die den Markt mit etwa 14 Prozent der polenweit erzeugten Energie beliefert. Die Elektrizitätswerke sind der zweitgrößte Stromlieferant Polens, der aus Braunkohle gewonnene Energie produziert. Eine große Rolle spielen bei der Energieversorgung darüber hinaus Dalkia Poznań ZEC (früher Elektrizitätswerke Poznan A.G.) – die Elektrizitätswerke Karolin und Garbary in Poznań sowie das Elektrizitätswerk Kalisz–Piwonice und Energetik Poznań Wasserelektrizitätswerke GmbH, das fünf Wasserelektrizitätswerke auf dem Fluss Gwda betreibt.
Im Zusammenhang mit den Anforderungen der EU, erneuerbare Energiequellen einzusetzen, sind Bestrebungen zu bemerken, auch Windenergie für die Energieversorgung Großpolens zu nutzen . Die Verwaltung der Region setzt auch auf die Entwicklung geothermaler Energie. Bisherige Nachforschungen ergaben, dass in den ältesten geologischen Formationen, 800 m unter der Erdoberfläche und tiefer, thermale Gewässer mit einer Temperatur zwischen 300 und 800 Grad Celsius auftreten.
Durch die Woiwodschaft Großpolen verlaufen die wichtigsten internationalen Transitgaspipelines und landesinterne Ölleitungen. Die Pipeline „Yamal” verbindet gegenwärtig Russland mit Westeuropa, geplant ist eine zweite, parallel verlaufend Ölleitung. Die Yamal-Pipeline wird dann die Gasversorgung des nördlichen und mittleren Teils der Woiwodschaft Großpolen gewährleisten. Gegenwärtig erfolgt die Gasversorgung hauptsächlich aus den örtlichen Gasbeständen, die im Süden und im mittleren Teil Großpolens vorkommen. Die Bestände machen etwa 28 Prozent der Gesamtheit der polnischen Gasvorkommen aus. Darüber hinaus gibt es bisher nicht genutzte Gasvorkommen in der Nähe von Kościan und Wolsztyn. Geologische Forschungen bestätigen auch die Möglichkeit, dass es im südöstlichen Teil Großpolens neue, bedeutende Gas- und Erdölvorkommen geben könnte.
