Landwirtschaft

Es gibt Gründe, stolz zu sein!

Zu den Vorzügen der Woiwodschaft Großpolen zählt ebenfalls die sehr gut entwickelte Landwirtschaft. Die Region ist absoluter polnischer Leader hinsichtlich der Lebensmittelproduktion. Viele Landwirtschaftsbetriebe können fast die gleichen Erträge wie die Bauernhöfe Westeuropas vorweisen.

Großpolen verfügt über große Agrarflächen. Zwei Dritter der Gesamtfläche der Woiwodschaft, also 1,9 Mio.ha, werden landwirtschaftlich genutzt. Der Boden ist größter Reichtum der Region und obwohl die hiesigen Klimabedingungen, der Bodenbestand und die Wasserversorgung nicht zu den besten gehören, hat Großpolen polenweit mit die höchste Effektivität hinsichtlich der Erträge in der landwirtschaftlichen Produktion vorzuweisen. Diese Ergebnisse resultieren hauptsächlich aus der traditionsreichen Agrarkultur und der musterhaften Bodenbewirtschaftung.

Immer mit der Zeit

In den letzten Jahren wurde die Anbaustruktur erheblich geändert. Geringer ist der Kartoffelanbau, es wird entschieden mehr Getreide angepflanzt. Vorzugsweise werden Schlachtvieh und Schweine gezüchtet - in Großpolen wird fast ein Viertel des Viehbestands in ganz Polen gezüchtet. Imposante Erträge und Anzahl des Viehs pro 100 Hektar Agrarland platzieren die Woiwodschaft an der Spitze des Landes. Hinsichtlich des Getreideanbaus stehen die Region Poznań und Leszno, hinsichtlich des Kartoffelanbaus hingehen steht Kalisz an der Spitze. Hinsichtlich der Anzahl des Viehs pro 100 Hektar Agrarland gehören zu den besten Gebieten: Poznań, Leszno, Kalisz und Piła. Darüber hinaus nimmt die Region Leszno den vierten Platz hinsichtlich der Viehzucht ein. In Großpolen werden auch Zuckerrüben und Raps angebaut. Überdurchschnittlich ist in der Region der Gemüseanbau. In der Region Leszno wird doppelt so viel Gemüse, wie es der gesamtpolnische Durchschnitt zeigt, angebaut. Besonders viel Gemüse wird in der Nähe von Poznań und Kalisz angebaut, meistens ist es Folienanbau. Die Gegend um Konin ist für den Obstanbau bekannt. Die Region ist sehr flexibel in der Anpassung an die laufenden Marktbedürfnisse. Angebaut werden je nach Bedarf Spargel, Champignons, ökologische Lebensmittel. Es entstehen auch Jagdhöfe und sehr viele agrotouristische Bauernhöfe.

Nicht nur „Polagra“

An der Steigerung der Effektivität und Qualität der landwirtschaftlichen Erträge sind in Großpolen auch wissenschaftliche Einrichtungen, u.a. die Natur-Universität  in Poznań und mehrere wissenschaftliche Institute beteiligt, die mit Partnereinrichtungen europa- und weltweit zusammenarbeiten. In der Woiwodschaft gibt es eine Reihe hoch spezialisierter Institute, die neue Pflanzenarten einführen und Saatgut vorbereiten. Darüber hinaus spielen in der Wirtschaft Zucht- und Beratungsinstitute eine wichtige Rolle. Dazu zählt z. B. die modernste Einrichtung in Sielinek, wo landwirtschaftliche- und Viehausstellungen im Rahmen der Internationalen Landwirtschaft- und Industriemesse „Polagra“ stattfinden. Die Messe ist ein besonderes Präsentationsforum der polnischen Landwirtschaft. Jedes Jahr nehmen daran etwa zweitausend Aussteller aus 35 Ländern teil und die Zahl der Besucher beträgt immer etwa 200000 Personen. Die Messe verdankt ihre Dimensionen und Popularität vor allem den Landwirten Großpolens. Die über 139 landwirtschaftlichen Einzelhöfe in der Woiwodschaft sind ein attraktiver Absatzmarkt für landwirtschaftlich orientierte Erzeugnisse und eine hervorragende Rohstoffbasis für die Lebensmittelproduktion. Für den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse sorgt – die größte polnische Poznaner Gilde. Den Großverkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, auf hohem, europäischem Niveau übernimmt ebenfalls die Landwirtschafts- und Gartenbörse mit anteiligem schweizerischem Kapital in Poznań. Sie ist ein Beispiel der modellhaften Lösung der Versorgung eines Ballungsraumes mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch regionale Hersteller.

Integration und Konkurrenz mit der Union

In der Bodeneigentumsstruktur überwiegt Privatbesitz. Individuellen Landwirten gehören 78 Prozent des Bodens. Die durchschnittliche Fläche der Bauernhöfe ist größer als in sonstigen Teilen Polens und liegt bei 9,4 ha. Große Anwesen, mit 20-50 ha, stellen über 15 Prozent der Gesamtheit der Besitztümer dar und liegen meistens in der Umgebung von Piła. Darüber hinaus sind Großpolens Dörfer technisch gut ausgestattet und verfügen über durchschnittlich mehr Landwirtschaftsgeräte als die landwirtschaftlichen Anwesen in sonstigen Teilen Polens. Dies bestätigt eindeutig die gute wirtschaftliche Kondition der meisten Gehöfte und deren ständige Weiterentwicklung.
Die hervorragende Kondition der großpolnischen  Landwirtschaft  im Vergleich zu anderen Regionen Polens und ihre Bedeutung für die Wirtschaft der Region führen zu ständigen Maßnahmen zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz nach modernen europäischen Standards. Eine der strategischen Maßnahmen, die uns der Europäischen Union näher bringen, ist die Verringerung der Bedeutung der Landwirtschaft bei der Gestaltung der ländlichen Gebiete. In langfristigen Projekten wird eine mehrgleisige Entwicklung der Dörfer vorausgesetzt. Dies setzt auch die Entwicklung der Infrastruktur des Umfeldes der Landwirtschaft und die Einstellung der Personen, die heute Landwirtschaft betreiben, in den neu entstandenen Wirtschaftsbereichen voraus. Es ist einer der wichtigsten Faktoren, der die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion ermöglicht. Dadurch werden landwirtschaftliche Warenbetriebe entstehen, die fähig sind mit den Farmen in den Ländern der Europäischen Union zusammenzuarbeiten und zu konkurrieren.

Wissenswert

Eine Attraktion der großpolnischen Landwirtschaft ist zweifelsohne die Pferdezucht. Eine langjährige Tradition haben die Gestüte in Racota (Kreis Kościan), Pępów (Kreis Gostyń), Golejewko (Kreis Rawicz), Iwno (Kreis Poznań), Posadów (Kreis Nowy Tomyśl) und Sieraków (Kreis Międzychód). Gezüchtet werden dort vor allem englische Vollblütler und in Racota — einem der größten Gestüte in Europa, werden experimentell die polnischen Pferdchen – Tarpane – gezüchtet.   
 

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