Zum ersten: Wirtschaft
Großpolen ist eine Region, die hinsichtlich der Wirtschaft und der Organisation des gesellschaftlichen Lebens in Polen auffallend ist. Dies bestätigen die Landesstatistiken – in vielerlei Hinsicht liegen wir weit vor anderen polnischen Regionen.
Die Wirtschaft der Woiwodschaft Großpolen ist vielfältig und in technischer Hinsicht sehr fortgeschritten. Prägnant ist auch ihre Offenheit gegenüber ausländischen Märkten und die überdurchschnittliche Zahl der verwirklichen Investitionen, wodurch die Produktionshöhe deutlich den Landesmittelwert pro einen Beschäftigten überschreitet. 2006 betrugen die Investitionsauflagen der Woiwodschaft Großpolen über 14 Mrd. Zloty, vor allem betrifft es den Industriesektor (47%) und den Dienstleistungssektor (49,5%). Die großpolnischen Investitionsauflagen machten 9,1% der Investitionsauflagen in ganz Polen aus.
Jedes Jahr werden die höchsten Investitionsauflagen im Industriesektor angelegt. Viel investiert wird auch in die Herstellung von Kraftfahrzeugen, Maschinen, elektrischen Geräten und Möbeln. Um das gesamte Potential der Region zu nutzen, haben die lokalen Selbstverwaltungen spezielle Wirtschaftszonen und Investitionsparks gegründet, in welchen die Investoren eine hervorragende logistisch-technische Basis für ihre Tätigkeit vorfinden und wo sie mit Steuernachlässen rechnen können. Für die Entwicklung der gesamten Woiwodschaft ist das Logistische Zentrum Großpolens von großer Bedeutung. Es entsteht in der Nähe von Konin, an der Autobahn A-2. Es gewährleistet den Investoren, ein Gebiet für wirtschaftliche Tätigkeit auszusondern, welches am Autobahnknoten liegt, über volle Infrastruktur (Telekommunikation, Energieversorgung, Wasser- und Abwasseranlagen, Gasleitungen) und über hoch ausgebildete Kader verfügt. Wichtigste Ziele des Logistischen Zentrums Großpolens (WCL) sind: Transport- und Speditionsdienstleistungen und ergänzender Leistungen, wie Lagerung, Verladung und Veredelung.
Eine zusammenhängende Vorstellung der Entwicklung, strategische Wirtschaftsziele und die wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre sind in der Entwicklungsstrategie der Woiwodschaft Großpolen und in den detaillierten Sektor-Strategien zur Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Sozialhilfe, Umweltschutz, Bildung, Innovation und Export enthalten.
Gutes Klima für Business
Die Verwaltung der Woiwodschaft hat ein besonders gutes Klima und ideale Bedingungen für sicheres Investment in Großpolen geschaffen – sowohl für ausländische Partner als auch für die sich rasch entwickelnden lokalen Unternehmen. Es gibt ein breitgefächertes Netz an Institutionen, die die strukturellen Umwälzungen und die Funktionsweise der Wirtschaft fördern. Dazu gehören u.a. Wirtschaftskammern, Kapital-Klubs, Stiftungen, Entwicklungsagenturen und Beratungsfirmen. In zahlreichen Städten der Woiwodschaft gibt es Inkubatoren zur Förderung des Unternehmensgeistes, Wirtschaftszonen und Investitionsparks. Darüber hinaus spielt bei der Kontaktanknüpfung polnischer Unternehmen mit ausländischen Wirtschaftspartnern die Großpolnische Agentur für Unternehmensentwicklung eine gewichtige Rolle.
Bei der Bedienung von Unternehmen spielt das weit ausgebaute Netz finanzieller und Versicherungsinstitute eine ebenso große Rolle. Poznań ist nach Warschau das zweitgrößte Zentrum des Bankwesens in Polen. Auf dem Gebiet Großpolens gibt es 29 Zentralbanken bzw. Landes- und internationale Banken, die ihre regionale Vertretungen in Poznań haben (z.B. besitzt die Bank BGW 49 Genossenschaftsbanken und 310 Filialen; PKO BP – 144 eigene Einrichtungen und 427 Agenturen; BGŻ – 32 Filialen; BZ WBK – etwa 400 Filialen).
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Ein großes Interesse für die Gewinnung strategischer Investoren zeigen auch die Selbstverwaltungen in den einzelnen Gemeinden. Sie bieten günstige Immobilienpreise an, Steuernachlässe und Ermäßigungen der Lokalgebühren sowie allseitige Unerstützung bei der Erledigung der Formalitäten, die für den Beginn der wirtschaftlichen Tätigkeit auf ihrem Gebiet erforderlich sind. Diese Kooperationsbereitschaft trägt u.a. zur Optimierung der Arbeitsweise der Selbstverwaltungen, zur Belebung der wirtschaftlichen Kontakte und zur Popularisierung der regionalen Folklore bei. Die Gemeinden verfügen über zahlreiche Informationen über die zur Bewirtschaftung geeigneten Gelände und Objekte und über Verzeichnisse von Unternehmen, die an Zusammenarbeit interessiert sind. Eine wichtige Rolle spielen unter den am Wandlungsprozess beteiligten Institutionen auch die Hochschulen und wissenschaftliche- und Forschungseinrichtungen in Poznań.
Ein wichtiger, fördernder Bestandteil der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Ausland, sind auch Messen und Warenbörsen. Eine besonders große Rolle spielt hierin Die Internationale Poznaner Messe (MTP) – die seit über 80 Jahren besteht und dank welcher Poznań als Handelshauptstadt Polens gilt. Die Internationale Poznaner Messe organisiert Messen für über 140 Branchen, die in ganz Europa bekannt und anerkannt sind. An der Messe nehmen immer Aussteller aus den meisten Ländern der Europäischen Union teil.
In Großpolen finden auch regionale Ausstellungen und Messen statt. In der Regel finden sie in den größeren Städten statt und dienen der Vorstellung kleiner und mittlerer Unternehmen. Es sind u.a. die Branchen-Messen „Kalbud” und „Galagros” in Kalisz, „Kulinaria” in Konin und die „Großpolnische Ausstellung Kleiner und Mttlerer Unternehmen“ in Piła.
Poznań zieht Investoren an
In der wirtschaftlichen Landschaft der Region findet man wichtige Firmen aus Europa und aus der ganzen Welt. Bislang sind insgesamt etwa fünftausend Handelsgesellschaften mit Beteiligung ausländischen Kapitals entstanden. Sie investieren in folgende Bereiche: Lebensmitteindustrie, chemische und Pharmaindustrie, Fahrzeug-, Geräte und Anlagenbau. Vorherrschend sind im hiesigen Auslandskapital die finanziellen Mittel aus Deutschland. Bedeutend sind auch britische, amerikanische, irische und schwedische Investitionen. Insgesamt beläuft sich der Wer der in Großpolen investierten Mittel ausländischer Firmen auf fast sieben Mrd. Dollar.
Über 80 Prozent der Firmen mit ausländischem Kapital befinden sich in Poznań und dessen Großraum. In den meisten Gemeinden werden dahingehen keine 10 Prozent überschritten. Poznań hat eine sehr hohe Rangbewertung des Moody's Investors Service erhalten – eine der höchsten unter den polnischen Städten, wodurch unterstrichen wird, dass die Stadt ein sicherer und zuverlässiger Partner für ausländische Unternehmen ist.
Weit oben: Śrem, Konin und Grodzisk
Für Investitionen sind alle Städte in Großpolen geeignet. Auf dem Gebiet des Investitionsparks Śrem werden den Firmen außer der gut entwickelten Infrastruktur auch sehr günstige finanzielle Bedingungen geboten. Die Selbstverwaltung senkte die lokalen Steuersätze und führte eine fünfjährige Befreiung von der Immobiliensteuer ein. Den Investoren bietet Śrem außerdem attraktive Grundstücke für den Wohnungsbau an. Vertrauenswürdig mach die Stadt ebenfalls die seit vielen Jahren stabile Preispolitik im Bereich der kommunalen Dienstleistungen.
Ein wichtiger Punkt auf der wirtschaftlichen Landkarte der Region ist ebenfalls die Koniner Investitionszone „Billige Energie”. Den Investoren werden Grundstücke für Investitionen mit voller Infrastruktur angeboten. Sie liegen unmittelbar an der Landesstraße Nr. 25, die in die Autobahn A-2 mündet. Darüber hinaus können Unternehmer, die ihre Investitionen in der Koniner Investitionszone (KSI) dank der Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerke Pątnów I und II – Adamów – Konin A.G. den Strom aus den zwei Elektrizitätswerken beziehen und zwar zu einem Preis, der weit unter dem Marktpreis liegt. Um die bei der Bildung neuer Arbeitsplätze entstandenen Kosten teilweise zu kompensieren, hat die Selbstverwaltung auch die Immobilensteuer aufgehoben. Die Höhe der Ermäßigung hängt von der Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze ab. Zwei Jahre Befreiung von der Immobilensteuer erhält man, wenn fünf Arbeitsplätze gebildet werden. Wenn hingegen 100 und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, kann man mit 10 Jahre Immobilensteuerermäßigung rechnen
Die Industriezone Grodziska (GSP) ist ein idealer Ort für Investitionen im Bereich der Lebensmittelverarbeitung. Das Gebiet liegt in der Nähe der Landesstraße Poznań-Zielona Góra und in unmittelbarer Stadtnähe (möglich ist die Nutzung der ausgebauten Infrastruktur von Grodzisk Wielkopolski), was zu seiner Attraktivität beiträgt. Ein offenkundiges Ergebnis der Instandsetzung der Industriezone Grodziska (GSP) und ihrer schnellen Entwicklung ist der neuentstandene Stadtteil, mit Industrie- Lager-, Handels- und Werbungscharakter.
Handel und Partnerschaft
Großpolen hat sehr großen Anteil am polnischen Auslandshandel – der Export steigt hier schneller als in anderen Regionen des Landes. Eine große Rolle spielen hierbei die Unternehmen mit Anteilen ausländischen Kapitals – die Höhe der in Großpolen investierten Gelder liegt bei fast acht Milliarden Dollar.
Warenaustausch wird vor allem mit hochentwickelten Ländern betrieben, insbesondere mit EU-Ländern. Ständige Handelspartner sind Deutschland und die Niederlande, aber auch Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Italien und die Vereinigten Staaten. Eine Chance für die schnelle Entwicklung der Wirtschaft bildet gegenwärtig die Belebung des Handels mit den Märkten Osteuropas. Der negative Saldo der ausländischen Umsätze ist hauptsächlich mit dem hohen Investitionsimport für neue bzw. modernisierte Untenehmen verbunden. Die Erhöhung des Exports durch diese Firmen und die Besserung der Zahlungsbilanz ist also nur eine Frage der Zeit. In der Struktur des Warentauschs haben Erzeugnisse der Elektromaschinenindustrie den höchsten Anteil. Nicht ohne Bedeutung sind auch die Erzeugnisse der Leichtindustrie, Holz- und Papier und Lebensmittelindustrie. Die dynamische Entwicklung der Wirtschaft der Region in den Neunzigerjahren ist u.a. auf den Zufluss des Kapitals, des Wissens und fachlicher Erfahrung aus hochentwickelten Ländern zurückzuführen.
