Dẹnkmäler

Poznań
Durch das Stadtzentrum führt Św. Marcin (Hl. Martin-Straβe). Am 11. November jedes Jahr wird der Namenstag dieser Straβe gefeiert. Das Kaiserschloss, das Anfang des 20. Jahrhundert am Św. Marcin erbaut wurde,  erinnert an die Zeit der  preuβischen Regierung und des Kaisers Wilhelm des Zweitens. Jetzt beherbergt es das Kulturzentrum „Zamek“ und Büros verschiedener Organisationen und Unternehmen. Nicht weit von hier liegt Plac Wolności, ein Zentralplatz, der neulich seinen alten Glanz zurückgewonnen hatte. Wir gehen am Nationalmuseum vorbei und erreichen den Altmarkt. Mit malerischen Althäusern umgerahmt, steht hier das Rathaus,  das prächtigste weltliche Bauwerk der Renaissance nördlich der Alpen. Das Gebäude wurde nach dem Entwurf eines italienischen Architekten namens Giovanni Baptist Quadro errichtet. Jeden Tag mittags, pünktlich um zwölf Uhr, zeigen sich auf dem Rathausturm zwei Ziegenböcke – ein Wahrzeichen der Stadt – und necken sich mit Hörnern, während ein Trompeter das Turmlied in vier Richtungen der Welt spielt. Im Sommersaison werden auf dem Altmarkt viele Freilichtcaffes eröffnet, wo Touristen und Stadtbewohner gern ihre Zeit zubringen.

Zu Posener Sehenswürdigkeiten gehören auch Ostrów Tumski (Dominsel) mit der erzbischöflichen Peter und Paulus-Domkirche, derer Ursprünge auf das Jahr 968  zurückgehen. Die zwei  Jünger sind Schutzheiligen der Stadt Poznań. Die Hauptstadt Groβpolens bietet auch Sport- und Erholungsmöglichkeiten, z. B. auf den Gebieten um den Maltańskie-See, im Park Zitadelle, im reizvollen Park Sołacki, im Wilson-Park mit einem Palmenhaus. Den Kindern bereitet die Stadt viel Spaβ in zwei Tiergärten vor.
In der Nachbarschaft des Altmarkts muss man unbedingt die Pfarrkirche besichtigen. Typisch für Barockkirchen ragt ihr Gebäude aus der Baulinie der Straβe nicht heraus, nur seine herrliche Fassade beweist die religiöse Bestimmung des Bauwerks. Im eindrucksvollen Inneren erklingt sonnabends Orgelmusik von Johann Sebastian Bach.

Die Touristen, die den Anfängen des polnischen Staates auf die Spur kommen möchten, sollten mindestens einige Ortschaften auf dem Piastenweg besuchen. Die Route führt über Ostrów Lednicki, Gniezno, Trzemeszno, Mogilno, Strzelno, Kruszwica nach Inowrocław. Hier kehrt sie über  Biskupin wieder nach Gniezno zurück und endet in Giecz. Auf diesem Wege, wo die ersten Vertreter der Piastendynastie gewandert haben, gibt es noch heute mehrere Kulturdenkmäler aus der Zeit polnischer Vorfahrten. Ein der Hauptpunkte dieser touristischen Route, Ostrów Lednicki, ist eine Seeinsel, die vom 9. bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts eine der wichtigsten Ortschaften des polnischen Staates war. An der Stelle einer frühmittelalterlichen Siedlung entstand eine mit dem Wall umgegebene Burg, die sich später in eine Festung mit Fürstenpalast und Kapelle entwickelte. Die Brücken verbanden die Burg mit Seeufern. Heute kann man hier das Museum der Ersten Piasten mit alten Bauern-, Vollwerk- und Kirchenhöfen besichtigen.  Die zweite Stelle auf dem Piastenweg, die keineswegs vorbeigelassen werden kann, ist Gniezno mit der Domkirche, in der 1025 Bolesław I der Tapfere gekrönt wurde. Im Dom werden Reliquien des heiligen Adalbert aufbewahrt. An der berühmten Gnesener Tür, einem hervorragenden Denkmal der romanischen Kunst, kann man Reliefe bewundern, die die Ereignisse aus dem Leben des Heiligen beibringen.

Den Touristen stehen in Groβpolen thematische Besichtigungswege zur Verfügung, auf denen sich bekannte Ortschaften mit Objekten von einem hohen historischen, religiösen, künstlerischen und gesellschaftlichen Wert befinden. Die erste touristische Route in unserem Lande entstand eben in Groβpolen. Dieser Weg, Trasa Kórnicka genannt, ist mit den in den EU-Ländern üblichen Wegweisern markiert und führt über Kórnik, Rogalin, Puszczykowo mit dem Museum von Arkady Fiedler, einem Schriftsteller und Globetrotter, Jeziory mit dem Museum des Groβpolnischen Nationalparks und Szreniawa mit dem Nationalmuseum der Landwirtschaft und Agrarindustrie.

Auf dem Zisterzienserweg lernen die Touristen die Geschichte des Zisterzienserordens in  Groβpolen kennen und besichtigen Bauwerke, die einmal sein Eigentum waren, u.a. einzigartige Klosteranlagen und Barockkirchen mit prächtiger Ausstattung. Auf dem Gebiet Groβpolens gibt es mehrere Ortschaften, in denen die Zisterzienser verweilten: u. a. Owińska, Wągrowiec, Przemęt, Obra.
Der Romanische Weg ist eine Wallfahrtsroute auf den Spuren der romanischen Kirchen. Er beginnt in Cieszyn (romanische rotundenartige Niklaus-Kirche aus dem 11. Jahrhundert) und führt über Giecz, Gniezno (Mariä Himmelfahrt-Domkirche), Konin, Ostrów Lednicki, Poznań, Trzemeszno, Tulce. Die Architekturdenkmäler des Romanischen Wegs sind mit charakteristischen, deutlich sichtbaren Schildern markiert.

Der groβpolnische Teil des Jacobsweg ist eine historische Wallfahtsroute, die sein Ausgangspunkt in Gniezno hat und über Lednica, Poznań, Leszno verläuft. Dann verläβt er Groβpolen und geht weiter über Głogów, Zgorzelec/Görlitz nach Prag und weiter nach Santiago de Compostela in Spanien. Viele Kirchen auf diesem Wege erinnern an die Person des heiligen Jacobs. Die Strecke Gniezno-Zgorzelec ist mit Zeichen einer weiβen Muschel mit rotem Jacobskreuz markiert.
Groβpolen ist das Land der Schlösser, Höfe und Paläste. Ein Teil von ihnen beherbergt Museen oder Andenkensräume, die anderen wurden für kommerzielle Zwecke – als Hotels und Gaststätten -genutzt. Unter den bedeutendsten sind vor allem das Schloss in Kórnik und der Palast in Rogalin im Kreis Poznań zu nennen. Das erste dieser Objekte ist eine der wenigen Magnatenresidenzen, die sich so gut erhalten haben. Das neogotische  Bauwerk gehörte bis 1889 der Familie Działyński.

Die Zisterzienser tragen weiβe Kutten mit schwarzem Skapulier und Leingürtel, deswegen werden sie weiβe Mönche genannt. Aus diesem Orden stammen ungefähr 850 Heiligen und Seligen (von denen der bekannteste Heiliger Bernard von Clairvaux war ), sowie viele undurchschnittliche Verwalter. Die Zisterzienserabteien und – Klöster waren im Mittelalter wichtige Kultur-, Wissenschafts- und Medizinzentren, Fortschrittsschmieden in Gewerbe und Landwirtschaft.

Die heutige Gestalt hat der Residenz Tytus Działyński gegeben. Er hat auch eine bis jetzt funktionierende Bibliothek gegründet, in der Sammlungen von Landkarten und Nationalandenken aufbewahrt sind.  Nach seinem Plan entstand ein herrlicher Garten mit verschiedenartigen Bäumen und Sträucher. Im Schloss befindet sich ein Museum mit Möbelstücken aus 17.-19. Jahrhundert, Gebilden, Graphiken und Zeichnungen sowie Familienporträts. Unter den Exponaten sind auch Rüstungsstücke, vor allem die der Husaren. Einen besonderen Wert haben die Sammlungen der Bibliothek von Kórnik. Wie man hört, geistert im Schloss die Weiβe Dame, auf einem ungewöhnlichen Porträt dargestellte Teofila Szołdrska-Potulicka von der Familie Działyński...
Der Palast in Rogalin gehörte der Familie Raczyński. Einer der bekanntesten Mitglieder dieser Familie war Edward Raczyński, der seinen Grundbesitz erweitert hat, um einen Landschaftspark anzulegen und eine Grabkapelle zu errichten. Die Residenz in Rogalin wird durch einen Landschaftspark umgegeben, dessen Teil ein französischer Garten bildet. Im Park wachsen berühmte Eichen, Naturdenkmäler, von denen drei – namens Lech, Czech und Rus – über 700 Jahre alt sind.

Die Liebhaber der Altbauten können in Groβpolen noch andere Ortschaften mit stimmungsvollen Parks und reich ausgestatteten Innenräumen besuchen. Das Schloss in Gołuchów, Kreis Pleszew, wurde im 16. Jahrhundert erbaut, hat sich aber nicht bis heute in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat hier Izabela Działyńska von der Familie Czartoryski ein Privatmuseum gegründet, das bis zum September 1939 zu den bekanntesten polnischen Museen gehörte.

In Rogalin sind zwei Nebenflügel des Palastes zu besichtigen. Der nördliche beherbergt eine Galerie der Familienporträts und die Rekonstruktion der Londoner Wohnung des letzten Residenzbesitzers – Edward Bernard Raczyński. Im südlichen Flügel befinden sich wunderschöne Palasträume mit zahlreichen Familienandenken und einer Gemäldegalerie von Edward Aleksander Raczyński, die 250 aus der ursprünglichen Sammlung gebliebene Kunstwerke enthält.

Seit 1951 ist das Schloss in Gołuchów eine Abteilung des Nationalmuseums in Poznań. Aus der Sammlung von Izabela Czartoryska kann man hier kunstvolle Wandteppiche, europäische Malerei aus der Renaissance-Zeit, Möbel und altertümliche Vasen bewundern. Sehenswert ist auch der gröβte Landschaftspark Groβpolens im englischen Stil mit einem Wisent-Gehege.
Die Geschichte des nicht weit von Sieraków (Kreis Międzychód) gelegten Schlosses der Familie Opaliński reicht in das 14. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1991 wurde Entschluss  gefasst, das Schloss zu renovieren. Eine feierliche Wiedereröffnung der Residenz fand im Juni 1995 statt. Zum Schloss kamen seine ehemaligen Besitzer zurück. Jetzt werden in seinen Innenräumen  archäologische Fundstücke aus der Umgebung von Sieraków ausgestellt . Das Museum „Schloss der Familie Górka“ in Szamotuły befindet sich in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das in den Jahren 1976-1989 renoviert wurden. Seinen Namen trägt das Museum nach der Magnatenfamilie Górka, die in Szamotuły, Poznań, Koźmin und Sieraków ihr Besitztum hatten. Die Ausstellung umfasst Möbel, Gemälden, Glaswaren, Porzellan und eine Ikonensammlung, die das gröβte Interesse erweckt. In Groβpolen gibt es auch mehrere Freilichtmuseen. Besonders empfehlenswert sind: Museum der Landwirtschaft und Agrarindustrie in Szreniawa, Imkereimuseum in Swarzędz, Groβpolnischer Landeskundlicher Park in Lednica, Museum der Volkskultur in Osiek an der Noteć, Groβpolnisches Feuerwehrmuseum in Rakoniewice und Museum des Dorfbaus westlichen Groβpolens in Wolsztyn.

Das wichtigste Technikdenkmal in Groβpolen ist das Dampflok-Betriebswerk Wolsztyn. Das europaweit einzige Objekt dieser Art wird von Touristen aus der ganzen Welt besucht. Seine Zierde, eine bis jetzt funktionsfähige polnische Dampflokomotive Pm 36-2, die berühmte „Schöne Helena“, kann die Geschwindigkeit von 130 km/h erreichen. 

Im klassizistischen Palast in Śmiełów (Kreis Jarocin) hat sich 1831 Adam Mickiewicz aufgehalten. Im Jahre 1970 wurde das Gebäude durch das Nationalmuseum in Poznań übernommen und renoviert. Seit 1975 befindet sich hier das Adam-Mickiewicz-Museum.
 

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