Großpolnische Städte – Tradition und Gegenwart ...
Die Hauptstadt der Region ist Poznań, die fünftgrößte polnische Stadt mit 561 tausend Einwohner. Poznań wurde 1251 angelegt und seit dieser Zeit entwickelte sich die Stadt dynamisch. Heute ist sie ein wichtiges Verkehrs-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Mit der internationalen Messe, die seit 80 Jahren hier stattfindet, hat Poznań auch eine bedeutende Stelle im Binnen- und Außenhandel. Nach der 1989 Wende wurde die Stadt zu einem Finanz- und Bankzentrum. Am Stadtrand entstehen sowohl Wohnsiedlungen, als auch Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.
Etwas nordwestlich von Poznań liegt Gniezno/Gnesen (69000 Einwohner). Die Stadt ist mit Anfängen des polnischen Staates verbunden. Die erste polnische Hauptstadt war im Jahre 1000 ein Treffpunkt des Kaisers Otto III mit dem polnischen Herzog Bolesław Chrobry (der Tapfere). Dieses Ereignis ist in der Geschichte als „Akt von Gnesen” bekannt. Heute ist die Stadt der Hauptpunkt des Piastenwegs. Die Touristen besichtigen vor allem die gotische Domkirche mit dem Grab von Heiligem Adalbert. Gegenwärtig entwickeln sich in Gniezno verschiedene Industriezweige.
Großpolen ist auch durch die älteste Stadt Polens berühmt.
Kalisz (Kalisch) hat eine urkundlich belegte Geschichte von 1800 Jahren. Dieses zweitgrößte Stadt der Region liegt an der Prosna. Kalisz ist ein Zentrum der Textilindustrie und Lebensmittelverarbeitung. Hier werden die im ganzen Land bekannte Nahrungsmittelkonzentrate hergestellt. Die Stadt spielt auch eine bedeutende Rolle im Kulturleben der Region.
In der Nähe von Kalisz liegt Ostrów Wielkopolski (ca. 72 000 Einwohner) – eine Industriestadt an der Kreuzung der Eisenbahnlinien, die Poznań mit Łódź und Katowice verbinden. Die hiesige Industrie spezialisiert sich auf die Produktion von Eisenbahnwagen, Autoteilen und Industrieeinrichtungen.
Konin (ca. 80 000 Einwohner) ist die größte Stadt östlichen Großpolens. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt dynamisch durch die Entdeckung der Braunkohle, die im Tagebau gefördert und gröβtenteils in zwei Kraftwerken verwertet wird. In der Nachbarschaft eines dieser Betriebe wurde eine Aluminiumhütte gebaut, die als einzige in Polen tätig ist. Im Kulturbereich ist Konin vor allem durch das Festival der Kinderensembles bekannt. Die nördlich von Konin liegende seereiche Gebiete bieten Erholungsorte. Ein Tagebau und ein Kraftwerk befinden sich auch bei Turek, einer Stadt mit Textilwerken und Lebensmittelbetrieben. Nicht weit von hier, an der Warta liegt Koło, Zentrum der Lebensmittelindustrie und Herstellungsstandort der bekannten polnischen Sanitärkeramik.
Die Hauptstadt nördlichen Großpolens ist Piła (ca. 75 000 Einwohner). In der Umgebung dieser an der Gwda liegenden Stadt wird nach Erdöl und Erdgas gesucht. Neulich entwickelt sich hier moderne Polygraphie. Eine andere Stadt in diesem Teil Großpolens, Chodzież ist von der Herstellung der Tafelkeramik bekannt. Malerische Landwirtschaften nördlich und nordöstlich von Piła ziehen viele Urlauber, vor allem Liebhaber der Paddeltouren an.
Im südwestlichen Teil Großpolens ist Leszno (ca. 64 000 Einwohner) die wichtigste Stadt. In Leszno sind verschiedene Industriezweige vertreten, die größte Bedeutung hat die Produktion der Bauelemente und Lebensmittelbetriebe. Der hiesige Segelflugverein ist international bekannt. In der Umgebung von Leszno und nahe liegenden Städten Gostyń und Rawicz befindet sich die größte Ansammlung der Architekturdenkmäler Großpolens. Die meisten von ihnen haben einen großen historischen Wert.




